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Kühlschrank-Organizer: Welche Boxen und Einsätze wirklich sinnvoll sind

Der Kühlschrank ist einer dieser Orte im Haushalt, an denen Ordnung erstaunlich schnell zur Nebensache wird. Beim Einkauf wird eingeräumt, was gerade Platz findet: Joghurt neben Senf, die angebrochene Packung Käse irgendwo dazwischen, Gemüse unten in die Schublade. Die Tür geht zu, und damit ist die Angelegenheit fürs Erste erledigt. Bis man drei Tage später etwas sucht.

Inzwischen gibt es für fast jedes Kühlschrankproblem eine passende Aufbewahrungslösung: transparente Boxen, Eierhalter, Flaschenhalter, ausziehbare Schubladen, Dosen für Wurst und Käse, Trennstege, kleine Körbe und sogar spezielle Vorratsbehälter. Die Auswahl erinnert inzwischen beinahe an die eines Küchenmöbelherstellers.

Die interessante Frage ist deshalb nicht, was man alles in einen Kühlschrank stellen kann. Sondern was davon tatsächlich einen Unterschied macht.

Die Box ist der einfachste Anfang

Transparente Kühlschrankboxen können sinnvoll sein, wenn sich darin tatsächlich Dinge gruppieren lassen. Wer beispielsweise alle Frühstückssachen in einer Box aufbewahrt, muss morgens nicht mehr zwischen Marmeladenglas, Frischkäse und Butter herumräumen.

Auch kleine Packungen und angebrochene Lebensmittel lassen sich damit zusammenhalten. Das kann besonders in großen Kühlschränken helfen, in denen einzelne Lebensmittel gern nach hinten wandern und dort ein erstaunlich langes Eigenleben entwickeln.

Der Vorteil transparenter Boxen liegt dabei weniger in ihrem Aussehen als darin, dass man ihren Inhalt sieht. Eine geschlossene, undurchsichtige Kiste schafft im Kühlschrank schließlich vor allem eines: einen neuen Ort, an dem Lebensmittel vergessen werden können.

Für Gemüse braucht man nicht unbedingt eine zusätzliche Kiste

Die meisten Kühlschränke besitzen bereits Gemüsefächer. Sie haben einen bestimmten Zweck und sind deshalb zunächst einmal die naheliegende Aufbewahrung.

Zusätzliche Boxen können hier sogar hinderlich sein. Sie verbrauchen Platz und machen das Fach weniger flexibel. Wer Gemüse regelmäßig einkauft, sollte deshalb zuerst ausprobieren, ob die vorhandenen Schubladen nicht ausreichen.

Anders sieht es bei kleinen Lebensmitteln aus, die ständig durcheinandergeraten. Kräuter, kleine Obstsorten oder angebrochene Packungen können in passenden Behältern leichter auffindbar sein.

Aber auch hier gilt: Nicht jedes Lebensmittel braucht seinen eigenen Container.

Der Eierhalter ist ein schönes Beispiel für die Organizer-Falle

Eier gehören zu den wenigen Lebensmitteln, für die es im Kühlschrank häufig bereits eine vorgesehene Lösung gibt. Viele Geräte besitzen einen entsprechenden Einsatz in der Tür oder im Innenraum.

Ein zusätzlicher Eierhalter kann hübsch aussehen und das Küchenregal im Internet wahrscheinlich deutlich aufgeräumter erscheinen lassen. Einen funktionalen Vorteil braucht er deshalb noch lange nicht zu haben.

Das gilt für viele Kühlschrank-Accessoires: Sie lösen ein Problem, das man vorher gar nicht hatte.

Ausziehbare Einsätze können tatsächlich praktisch sein

Interessanter sind Einsätze, die den Zugriff auf schwer erreichbare Bereiche verbessern. Ein flacher, ausziehbarer Behälter kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn im Kühlschrank häufig kleine Gläser oder Packungen nach hinten geschoben werden.

Das Prinzip kennt man aus der Küchenschublade: Was hinten liegt, wird nicht dadurch besser erreichbar, dass man es weiter nach hinten schiebt.

Ein ausziehbarer Einsatz kann deshalb vor allem bei tiefen Kühlschrankfächern einen echten Vorteil bieten.

Allerdings sollte man vor dem Kauf genau messen. Ein Organizer, der nur wenige Millimeter zu breit ist, ist kein Ordnungssystem, sondern ein Stück Plastik, das nun neben dem Kühlschrank steht.

Flaschenhalter: praktisch, aber nicht für jeden

Flaschen und Getränkedosen gehören zu den Dingen, bei denen ein zusätzlicher Halter durchaus Sinn ergeben kann. Vor allem in Kühlschränken mit wenig Platz in der Tür kann eine feste Anordnung verhindern, dass Flaschen beim Öffnen oder Herausnehmen anderer Lebensmittel durcheinanderrollen.

Notwendig ist das allerdings selten. Die meisten Kühlschränke sind bereits so konstruiert, dass Flaschen sicher stehen.

Wer einen Halter braucht, hat deshalb meistens ein konkretes Platzproblem – und sollte genau dieses lösen, statt den Kühlschrank mit weiteren Einsätzen zu füllen.

Wurst und Käse brauchen nicht zwingend eigene Boxen

Spezielle Aufbewahrungsboxen für Aufschnitt versprechen Ordnung und längere Frische. Sie können sinnvoll sein, wenn regelmäßig viele angebrochene Packungen im Kühlschrank liegen.

Für einen Zwei-Personen-Haushalt, in dem eine Packung Käse nach wenigen Tagen ohnehin aufgegessen ist, braucht es dagegen nicht unbedingt ein eigenes Aufbewahrungssystem.

Wichtiger ist, angebrochene Lebensmittel gut zu verschließen und die Übersicht zu behalten. Eine einfache, stapelbare Dose kann dabei häufig mehr leisten als ein speziell beworbenes „Cheese Organizer System“.

Vorratsbehälter können Platz schaffen

Wer häufig Reste aufbewahrt oder Lebensmittel aus geöffneten Verpackungen umfüllt, kann mit stapelbaren Behältern tatsächlich Platz gewinnen.

Der Vorteil liegt weniger darin, dass Lebensmittel plötzlich besser aussehen, sondern darin, dass rechteckige Behälter den vorhandenen Raum effizienter ausnutzen als Tüten, Schalen und halb offene Verpackungen.

Dabei sollte man allerdings nicht den Fehler machen, aus jedem Lebensmittel sofort ein Umfüllprojekt zu machen. Wer eine Packung Frischkäse am Montag öffnet und sie am Dienstag aufisst, braucht dafür keine speziell beschriftete Vorratsdose.

Beschriftung ist nur dann sinnvoll, wenn man sie braucht

Auch Etiketten gehören inzwischen zur Kühlschrankordnung. Datum, Inhalt und manchmal sogar das angebliche Mindesthaltbarkeitsdatum werden fein säuberlich auf kleine Aufkleber geschrieben.

Für bestimmte Lebensmittel und größere Haushalte kann das hilfreich sein. Wer regelmäßig Reste einfriert oder mehrere vorbereitete Mahlzeiten gleichzeitig lagert, behält damit leichter den Überblick.

Bei zwei offenen Joghurts wird daraus dagegen schnell eine Bürokratie, die aufwendiger ist als der Joghurt selbst.

Der wichtigste Organizer ist die freie Fläche

Das vielleicht unterschätzteste Aufbewahrungssystem im Kühlschrank ist deshalb kein Einsatz: Es ist Platz.

Wenn jede freie Ecke mit Boxen, Trennstegen und Spezialhaltern ausgefüllt wird, wird der Kühlschrank zwar ordentlich aussehen, aber gleichzeitig unflexibel. Ein großer Topf mit Resten passt dann plötzlich nirgendwo mehr hin.

Ein Kühlschrank muss schließlich nicht aussehen wie eine Schublade aus einem Ordnungsvideo. Er muss Lebensmittel aufnehmen können, die nicht nach einem standardisierten Raster hergestellt wurden.

Was braucht man wirklich?

Für die meisten Haushalte reichen wenige Hilfsmittel. Sinnvoll können einige transparente, stapelbare Boxen sein, insbesondere für kleinere Lebensmittelgruppen. Dazu kommen verschließbare Behälter für Reste und angebrochene Lebensmittel. Je nach Kühlschrank können ein oder zwei ausziehbare Einsätze hilfreich sein.

Alles Weitere hängt stark vom eigenen Haushalt und vom Kühlschrankmodell ab.

Wer ständig Flaschen sucht, kann über einen Flaschenhalter nachdenken. Wer regelmäßig viele Reste aufbewahrt, profitiert von guten Vorratsbehältern. Wer dagegen kaum Probleme mit der Übersicht hat, braucht auch keine zwanzig kleinen Boxen.

Denn am Ende ist ein gut organisierter Kühlschrank nicht derjenige, in dem jedes Lebensmittel seinen eigenen Platz besitzt.

Es ist derjenige, in dem man morgens die Butter findet, ohne zuerst ein Organisationssystem studieren zu müssen.

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