Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu, doch in unseren Küchen bleibt es heiß: Chili, die würzig-scharfe Schote aus dem Süden, hat längst Einzug in Gewürzregale und Kochtöpfe gehalten. Temperamentvoll erobert sie die Herzen von Köchen und Feinschmeckern und ist inzwischen aus vielen Speiseplänen kaum noch wegzudenken. Gerichte wie Chili con Carne, das mit getrockneten Chilis gewürzte Bohnengericht aus Mexiko, oder Spaghetti all’Arrabbiata sind im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde.
Küche mit Temperament: Die feurigen Schoten schmecken nach Karibik und Lateinamerika – und genau dort liegen ihre Ursprünge. Cayenne, Piri-Piri, Habanero und Jalapeño: Schon ihre exotischen Namen lassen an ferne Länder denken. Dabei ist Chili ausgesprochen vielseitig. Es gibt große und kleine Sorten, lange, kurze, schlanke oder gedrungene Schoten – und natürlich unterschiedlich scharfe Varianten.
Scharf, fruchtig und überraschend vielseitig
Chili ist ein Gewürz wie Samba und Sonnenschein: Die Schärfe kann sich explosionsartig auf den Geschmackspapillen ausbreiten. Doch Chili bietet weit mehr als nur feurige Schärfe. Je nach Sorte reicht die Aromenpalette von fruchtigen Nuancen bis hin zu rosinenartigen und beinahe lieblichen Noten.
Diese Vielseitigkeit zeigt sich auch bei den möglichen Kombinationen. Chili lässt sich mit süßen, herben und fruchtigen Zutaten verbinden und bekommt dadurch immer wieder einen anderen Charakter. In der karibischen Küche trifft die Schärfe beispielsweise auf tropische Früchte. Zartbitterschokolade wird mit feinen Chilistückchen verfeinert, und selbst Marmelade lässt sich aus den Schoten zubereiten. In Arizona wird sogar Bier mit Chili aromatisiert: In jeder Flasche steckt eine Schote, die ihren Geschmack an das Getränk abgibt.
Von Guacamole bis Tabasco
Die Verwendungsmöglichkeiten der Schoten sind nahezu unbegrenzt. Guacamole, Harissa, Sambal Oelek und Tabasco sind nur einige bekannte Beispiele für Salsas und Soßen auf Chili-Basis. Auch als Dip, eingelegt in Öl oder Essig, getrocknet, gerebelt, gemahlen oder zerstoßen machen die Schoten eine gute Figur.
Chili kann außerdem als Gewürzsalz verwendet werden oder Gerichten direkt beim Kochen eine pikante Note verleihen. Selbst als Dekoration auf der Fensterbank oder im Topf sind die farbenprächtigen Schoten ein Hingucker.
Dabei ist nicht nur der Geschmack für ihre wachsende Beliebtheit verantwortlich. Auch ihr hoher Vitamin-C-Gehalt und ihr attraktives Aussehen machen die Schoten interessant. Hinzu kommt das Capsaicin, der Stoff, der für die Schärfe verantwortlich ist. Er regt den Körper zur verstärkten Ausschüttung von Endorphinen an. Die sogenannten Glückshormone können für ein angenehmes Gefühl sorgen. Ein Gewürz, das gute Laune macht? Da darf es dann gern einmal eine Prise mehr sein.
Farben für die temperamentvolle Küche
Chili bringt nicht nur Schärfe, sondern auch Farbe in die Küche. Die Schoten leuchten in einer beeindruckenden Palette von Rubinrot über glühendes Orange bis hin zu saftigem Grün. Besonders Rot weckt Assoziationen mit Feuer und Leidenschaft.
Wer diese Wirkung auch in der Einrichtung aufgreifen möchte, kann mit kräftigen Farbtönen Akzente setzen. Eine Wand in Bordeaux, ein einzelnes Möbelstück in Burgund oder Textilien in den Farben von Flammen und Glut verleihen der Küche einen expressiven Charakter.
Passende Accessoires verstärken die Wirkung. Salz- und Pfefferstreuer in Paprikafrom, Geschirr mit Chili-Dekor oder sogenannte Ristras – dicke Zöpfe aus getrockneten Chilischoten – verbinden Funktion und Dekoration. Die getrockneten Schoten werden damit nicht nur zum Würzmittel, sondern auch zum dekorativen Blickfang.
Wenn es zu scharf wird
Doch was tun, wenn beim Würzen etwas zu großzügig mit der Chili umgegangen wurde? Wasser, Saft oder Bier sind dafür keine besonders gute Wahl. Besser geeignet sind fetthaltige Lebensmittel wie Milch, Joghurt oder Sour Cream. Sie können dabei helfen, das brennende Gefühl zu lindern.
So vielseitig wie die Chili selbst sind auch ihre Einsatzmöglichkeiten: Sie würzt Speisen, bringt Farbe in die Küche und kann mit ganz unterschiedlichen Aromen kombiniert werden. Kein Wunder also, dass die Zahl der Chili-Fans weiter wächst.
