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Welchen Wert hat meine Küche noch? So berechnen Sie ihn

Einbauküchen gehören zu den teuersten Ausstattungsstücken einer Wohnung. Gleichzeitig verlieren sie – ähnlich wie Autos oder Polstermöbel – mit jedem Jahr an Wert. Wer umzieht, steht daher oft vor der Frage: Lohnt es sich, die Küche zu verkaufen? Und was ist ein fairer Preis, wenn der Nachmieter sie übernehmen soll?

Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab. Alter, Zustand und Ausstattung bestimmen, wie hoch der sogenannte Zeitwert einer Küche ist – und damit auch, welche Ablösesumme realistisch ist.

Welche Faktoren beeinflussen den Wert einer gebrauchten Küche?

Der wichtigste Punkt ist das Alter. Eine neue Einbauküche verliert bereits im ersten Jahr deutlich an Wert. Fachleute gehen davon aus, dass rund ein Viertel des ursprünglichen Kaufpreises schon dann abgeschrieben ist. In den Folgejahren sinkt der Wert langsamer, aber kontinuierlich weiter. Nach zehn Jahren hat eine Küche in der Regel mehr als die Hälfte ihres Neupreises verloren.

Ebenso entscheidend ist der Zustand. Stark beanspruchte Arbeitsflächen, beschädigte Fronten oder defekte Scharniere mindern den Wert spürbar. Auch die Elektrogeräte spielen eine große Rolle. Funktionieren Herd, Kühlschrank und Geschirrspüler einwandfrei? Entsprechen sie noch aktuellen Energie- und Sicherheitsstandards? Veraltete oder reparaturanfällige Geräte drücken den Preis erheblich.

Hinzu kommt die Aktualität von Design und Ausstattung. Hochwertige Küchen namhafter Hersteller erzielen auch gebraucht oft höhere Preise als einfache Modelle. Zeitlose Farben und Materialien lassen sich zudem leichter weiterverkaufen als sehr individuelle oder modische Lösungen.

Wie lässt sich der Zeitwert berechnen?

Für Ablösevereinbarungen in Mietwohnungen hat sich eine Faustformel etabliert, die auch von Gerichten häufig akzeptiert wird:

– Im ersten Jahr: Wertverlust von etwa 24 Prozent
– In den Folgejahren: rund 4 Prozent pro Jahr

Ein Rechenbeispiel:
Wurde eine Küche vor fünf Jahren für 10.000 Euro angeschafft, ergibt sich ein Wertverlust von rund 40 Prozent. Der rechnerische Zeitwert läge damit bei etwa 6.600 Euro.

Diese Berechnung liefert allerdings nur Näherungswerte. Starke Abnutzung, defekte Geräte oder Umbauten können den tatsächlichen Wert weiter senken. Umgekehrt kann eine sehr gepflegte Küche mit hochwertigen Geräten auch etwas darüber liegen.

Tipps für den Verkauf einer gebrauchten Küche

Wer seine Küche an den Nachmieter verkaufen möchte, sollte beim Wertverlust realistisch bleiben. Überhöhte Ablöseforderungen führen häufig zu Streit – und sind rechtlich angreifbar.

Hilfreich ist eine ehrliche Bestandsaufnahme: Sind alle Schubladen funktionsfähig? Gibt es sichtbare Schäden? Läuft jedes Gerät zuverlässig? Gute Fotos helfen, den Zustand transparent zu dokumentieren. Zudem empfiehlt es sich, die ursprüngliche Rechnung bereitzuhalten, um Alter und Neupreis belegen zu können.

Die Ablösesumme sollte sich am Zeitwert orientieren. Verhandlungsspielraum einzuplanen ist sinnvoll – oft lässt sich mit einem moderaten Abschlag schneller eine Einigung erzielen.

Worauf Käufer immer achten sollten

Auch für Nachmieter gilt: Prüfen Sie genau, was Sie übernehmen. Lassen Sie sich Rechnungen zeigen, testen Sie alle Geräte und bestehen Sie auf einem schriftlichen Kaufvertrag. Wichtig ist, dass die Ablösesumme nachvollziehbar ist und nicht deutlich über dem Zeitwert liegt.

Wer eine gebrauchte Küche für eine andere Wohnung kaufen möchte, sollte zusätzliche Kosten einkalkulieren. Demontage, Transport und erneuter Aufbau sind aufwendig und teuer. Zudem passen Einbauküchen selten exakt in einen neuen Grundriss – Anpassungen oder neue Arbeitsplatten können nötig werden.

Eine gebrauchte Einbauküche kann für beide Seiten eine gute Lösung sein – wenn der Preis stimmt. Entscheidend ist ein realistischer Blick auf Alter, Zustand und Ausstattung. Wer transparent rechnet, sachlich verhandelt und alles schriftlich festhält, vermeidet Konflikte und trifft eine faire Vereinbarung.