Frische Tortillas haben mit den industriell hergestellten Varianten aus dem Supermarkt wenig gemeinsam. Sie sind elastischer, aromatischer und lassen sich warm gefüllt oder knusprig gebacken vielseitig einsetzen. Wer regelmäßig Tortillas zubereiten möchte, kommt an einer Tortilla-Presse kaum vorbei.
Doch welche Presse ist wirklich empfehlenswert, und worauf kommt es bei der Auswahl an?
Warum eine Tortilla-Presse sinnvoll ist
Tortillas gleichmäßig dünn auszurollen, ist mit Nudelholz oder Glas zwar möglich, erfordert aber Übung und Geduld. Eine Tortilla-Presse sorgt für reproduzierbare Ergebnisse, spart Zeit und schont die Handgelenke. Vor allem bei Mais-Tortillas ist sie nahezu unverzichtbar, da der Teig aus Masa Harina weniger elastisch ist als Weizenteig und sich nur schwer klassisch ausrollen lässt.
Gusseisen, Aluminium oder Edelstahl?
Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist das Material. Klassische Tortilla-Pressen bestehen aus massivem Gusseisen. Sie sind schwer, extrem langlebig und erzeugen durch ihr Eigengewicht gleichmäßigen Druck. Genau das macht sie zur ersten Wahl für authentische Mais-Tortillas. Nachteil: Gusseisen ist rostanfällig und sollte nach der Reinigung gründlich getrocknet werden.
Aluminium-Pressen sind deutlich leichter und rosten nicht. Sie lassen sich einfacher handhaben, bringen aber weniger Eigengewicht mit. Der Druck muss stärker über den Hebel ausgeübt werden, was bei festem Teig anstrengender sein kann. Für gelegentliche Nutzung oder kleinere Küchen sind sie dennoch eine praktikable Lösung.
Edelstahl-Pressen sind selten, aber im Kommen. Sie verbinden hohe Stabilität mit Rostfreiheit, sind jedoch meist teurer und oft weniger massiv als Gusseisenmodelle. In der Praxis spielen sie bislang eine untergeordnete Rolle.
Größe und Durchmesser
Die meisten Pressen haben einen Durchmesser von 20 bis 25 Zentimetern. Für klassische Tacos reichen etwa 20 Zentimeter völlig aus. Wer größere Burrito-Tortillas herstellen möchte, stößt mit einer Presse allerdings an Grenzen. Wichtig ist deshalb, sich vor dem Kauf klarzumachen, welche Tortilla-Größe regelmäßig gebraucht wird.
Zu kleine Pressen schränken die Flexibilität ein, zu große benötigen mehr Stauraum und Kraft. Für den Hausgebrauch gilt ein Durchmesser von rund 20 Zentimetern als guter Kompromiss.
Verarbeitung und Mechanik
Eine gute Tortilla-Presse schließt plan, ohne zu wackeln oder zu verkanten. Der Hebel sollte stabil mit der Pressplatte verbunden sein und nicht unter Belastung nachgeben. Billige Modelle zeigen hier oft Schwächen: ungleichmäßige Tortillas, schief laufende Scharniere oder Risse im Material.
Achten sollte man außerdem auf eine möglichst glatte Pressfläche. Tiefe Gussrillen oder raue Oberflächen können dazu führen, dass der Teig kleben bleibt oder ungleichmäßig gepresst wird.
Handhabung und Zubehör
Unabhängig vom Material empfiehlt es sich, den Teig zwischen zwei Lagen Backpapier oder Folie zu pressen. So lässt sich die Tortilla sauber lösen und behält ihre Form. Einige Hersteller legen passende Zuschnitte bei, nötig sind sie jedoch nicht.
Ein weiteres Detail ist der Öffnungswinkel der Presse. Modelle, die sich weit öffnen lassen, erleichtern das Platzieren des Teiglings und beschleunigen den Arbeitsablauf, vor allem bei größeren Mengen.
Welche Tortilla-Presse überzeugt im Alltag?
Für ambitionierte Hobbyköche und Liebhaber mexikanischer Küche bleibt die schwere Gusseisen-Presse der Maßstab. Sie liefert konstant gute Ergebnisse, hält bei richtiger Pflege Jahrzehnte und kommt der traditionellen Zubereitung am nächsten.
Wer nur gelegentlich Tortillas zubereitet, wenig Stauraum hat oder ein leichteres Gerät bevorzugt, ist mit einer soliden Aluminium-Presse gut beraten. Entscheidend ist dabei weniger der Markenname als die saubere Verarbeitung und ein stabiler Hebelmechanismus.
Am Ende entscheidet der Einsatzzweck. Die beste Tortilla-Presse ist nicht zwangsläufig die teuerste, sondern diejenige, die zum eigenen Kochalltag passt und zuverlässig gleichmäßige Ergebnisse liefert.