Die erste eigene Wohnung ist ein kleiner Schritt in die Selbstständigkeit – und eine Küche kann dabei erstaunlich schnell zum Kostenfaktor werden. Plötzlich braucht man Teller, Töpfe, Messer, Pfannen und all die Dinge, die zu Hause irgendwie immer schon da waren. Wer allerdings versucht, den kompletten Hausstand auf einmal nachzukaufen, stellt bald fest, dass vieles davon monatelang unbenutzt im Schrank liegt.
Für Studenten gilt deshalb eine einfache Regel: Eine Küche muss zunächst vor allem funktionieren. Wer Nudeln kochen, Gemüse schneiden, etwas anbraten, Kaffee oder Tee machen und Reste aufbewahren kann, kommt schon ziemlich weit. Alles andere darf sich mit dem Alltag entwickeln.
Was in die erste Küche gehört
Zur Grundausstattung gehören zunächst ein bis zwei Töpfe in unterschiedlichen Größen und eine Pfanne. Ein kleiner Topf reicht für Milch, Soßen oder eine Portion Suppe, ein größerer für Nudeln, Kartoffeln oder größere Mengen. Bei der Pfanne ist ein Durchmesser von etwa 24 bis 28 Zentimetern für viele Haushalte ein brauchbarer Kompromiss.
Dazu kommen ein ordentliches Küchenmesser, ein kleineres Messer für Gemüse und Obst, ein Schneidebrett, ein Kochlöffel, ein Pfannenwender und eine Kelle. Ein Sieb ist ebenfalls eines dieser unscheinbaren Küchenutensilien, die man spätestens beim Abgießen von Nudeln vermisst, wenn keines vorhanden ist.
Bei Geschirr und Besteck muss es ebenfalls nicht gleich ein kompletter Service sein. Zwei bis vier Teller, Schüsseln, Tassen, Gläser und Besteck reichen für eine einzelne Person zunächst aus. Wer nicht ständig abwaschen möchte, nimmt etwas mehr – vier bis sechs Exemplare sind dann praktischer als ein knapp bemessener Zweiersatz.
Unverzichtbar sind außerdem Vorratsbehälter. Sie eignen sich für Reste, geöffnete Lebensmittel und das Essen, das am nächsten Tag mit zur Universität soll. Dazu kommen Küchenhandtücher, Spülmittel, Schwamm oder Bürste, ein Mülleimer und gegebenenfalls Müllbeutel. Ein Messbecher und eine Küchenwaage sind ebenfalls sinnvoll, vor allem wenn regelmäßig nach Rezept gekocht oder gebacken wird.
Was kann warten?
Viele Küchenhelfer wirken im Geschäft unverzichtbar, weil sie eine einzige Aufgabe besonders bequem erledigen. Für die erste Wohnung muss man sie trotzdem nicht sofort besitzen. Ein Eierkocher, Reiskocher, Sandwichmaker oder Waffeleisen kann praktisch sein – vorausgesetzt, man benutzt ihn tatsächlich regelmäßig.
Auch elektrische Kleingeräte sind eher eine Frage der persönlichen Gewohnheiten. Wer morgens unbedingt Filterkaffee trinkt, braucht eine Kaffeemaschine oder zumindest einen Kaffeefilter. Wer selten Kaffee macht, kommt mit einer einfachen Lösung aus. Ein Wasserkocher kann dagegen für viele Studenten ausgesprochen praktisch sein, weil er Wasser schnell erhitzt und nicht nur für Tee, sondern auch beim Kochen Zeit sparen kann.
Ein Toaster ist angenehm, aber keine Grundausstattung. Dasselbe gilt für Mixer, Pürierstab, Küchenmaschine oder Airfryer. Wer später merkt, dass ihm ein bestimmtes Gerät fehlt, kann es immer noch anschaffen. Gerade bei kleinen Studentenwohnungen ist freier Stauraum schließlich ebenfalls ein Wert.
Nice to have: Dinge, die das Kochen angenehmer machen
Wenn die Grundausstattung vorhanden ist, kommen die angenehmen Extras. Ein Pürierstab etwa lohnt sich für Suppen, Soßen und selbst gemachte Aufstriche. Ein zweites Schneidebrett, eine Küchenreibe und eine Zange erleichtern viele Arbeiten, ohne viel Platz zu benötigen.
Eine große Schüssel ist ebenfalls vielseitiger, als es zunächst scheint. Sie dient zum Waschen von Gemüse, Anrühren von Teig, Mischen von Salat oder Aufbewahren von Lebensmitteln. Wer gerne kocht, wird außerdem irgendwann einen Sparschäler, eine Knoblauchpresse oder eine Zitronenreibe vermissen – allerdings muss man nicht alle Spezialwerkzeuge am ersten Tag besitzen.
Beim Kauf lohnt es sich, nicht nur auf den Preis zu schauen. Ein vernünftiges Küchenmesser, ein stabiler Topf und eine gute Pfanne werden deutlich häufiger benutzt als viele kleine Küchenhelfer. Bei diesen drei Dingen kann sich Qualität deshalb eher auszahlen als bei einem Gerät, das nur eine einzige Aufgabe erledigt.
Fünf Tipps für die erste Studentenküche
1. Nicht für die Küche kochen, die man irgendwann haben möchte
Die erste Wohnung muss kein Mini-Restaurant werden. Wer bisher überwiegend Pasta, Gemüsepfannen, Suppen, Eier oder belegte Brote gegessen hat, braucht dafür keine komplette Profi-Ausstattung. Erst einmal einziehen, kochen und beobachten, was tatsächlich fehlt. Nach ein paar Wochen weiß man deutlich besser, welches Küchenutensil wirklich gebraucht wird.
2. Ein gutes Messer ist wichtiger als zehn Spezialhelfer
Mit einem scharfen Kochmesser lassen sich Gemüse, Kräuter, Fleisch und viele andere Lebensmittel bearbeiten. Billige Messer werden schnell stumpf und können dadurch unangenehm in der Hand liegen. Ein solides Messer und ein Schneidebrett bringen deshalb mehr als eine Schublade voller kleiner Küchen-Gadgets.
3. Reste nicht zum Problem werden lassen
Für Studenten ist Kochen für eine Person oft schwieriger als gedacht: Eine Packung Nudeln ist schnell gekocht, ein ganzer Topf Soße reicht dagegen häufig für mehrere Mahlzeiten. Vorratsdosen helfen dabei, Reste sinnvoll aufzubewahren und am nächsten Tag mitzunehmen. Wichtig ist, gekochte Speisen nicht stundenlang warm in der Küche stehen zu lassen, sondern sie nach dem Abkühlen zeitnah in den Kühlschrank zu stellen.
4. Messer, Herd und heiße Pfannen sind keine Nebensache
In der ersten eigenen Küche fehlen häufig die Routinen, die zu Hause selbstverständlich waren. Ein Messer gehört nicht ins Spülwasser unter einen Stapel Teller, wo man es nicht sehen kann. Topfgriffe sollten nicht über den Rand des Herdes hinausragen, und heiße Pfannen sollten nicht dort abgestellt werden, wo man sie versehentlich berührt. Besonders beim Kochen mit heißem Öl ist Vorsicht geboten.
5. Die Küche regelmäßig zurücksetzen
Das klingt banal, spart aber auf Dauer viel Arbeit. Teller und Töpfe nicht tagelang stapeln, Arbeitsflächen nach dem Kochen abwischen und den Kühlschrank gelegentlich kontrollieren. Wer nach dem Essen fünf Minuten aufräumt, verhindert, dass aus ein paar Tassen, einer Pfanne und einem Topf am Ende eine größere Putzaktion wird.
Die erste Studentenküche muss also weder teuer noch vollständig sein. Zwei Töpfe, eine Pfanne, ein gutes Messer, Schneidebrett, Sieb, Geschirr, Besteck und ein paar grundlegende Küchenhelfer reichen für den Anfang erstaunlich weit. Was darüber hinausgeht, sollte sich aus den eigenen Kochgewohnheiten ergeben – denn die beste Küchenausstattung ist am Ende nicht die längste Einkaufsliste, sondern diejenige, die tatsächlich benutzt wird.
