Dunstabzugshauben müssen nicht immer als sichtbares Gerät über dem Kochfeld hängen. Eine vergleichsweise neue Variante sind sogenannte Glaspaneelhauben. Sie werden in einen Oberschrank integriert und sind im geschlossenen Zustand nahezu unsichtbar. Erst wenn gekocht wird, wird ein Glasschirm ausgeklappt, der die Kochdünste und Gerüche aufnehmen soll.
Ein Beispiel dafür sind die integrierten Glaspaneelhauben DAG 2650 und DAG 2950 von Miele. Im ausgeschalteten Zustand verschwindet die Technik weitgehend im Oberschrank. Der Schrank kann dadurch weiterhin als Stauraum genutzt werden. Zum Kochen wird die Haube über den Glasschirm ausgeklappt.
Das Prinzip ist damit eine Mischung aus Einbauhaube und klassischer Dunstabzugshaube: Die Technik bleibt im Möbel verborgen, die eigentliche Ansaugfläche wird erst bei Bedarf sichtbar.
Wie funktioniert eine Glaspaneelhaube?
Beim Kochen wird der Glasschirm nach vorne beziehungsweise nach unten in die vorgesehene Position geklappt. Dort bildet er die sichtbare Fläche der Dunstabzugshaube. Die aufsteigenden Dämpfe werden angesaugt, durch die Fettfilter geführt und – je nach Betriebsart – entweder nach außen abgeführt oder über einen Geruchsfilter wieder in den Raum zurückgeleitet.
Bei einer Abluftlösung werden die Kochdünste über ein Rohr aus der Küche geführt. Bei Umluft bleibt die Luft dagegen im Raum und wird nach der Filterung wieder ausgeblasen. Welche Variante möglich und sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Küche und den baulichen Voraussetzungen ab.
Der Glasschirm erfüllt dabei nicht nur eine gestalterische Funktion. Seine Position soll die aufsteigenden Kochdünste möglichst gezielt in Richtung Ansaugöffnung führen. Wie gut das funktioniert, hängt allerdings auch von der Breite des Kochfeldes, der Einbausituation und dem jeweiligen Kochverhalten ab.
Warum verschwindet die Haube im Oberschrank?
Der größte Vorteil liegt auf der Hand: Die Küche wirkt aufgeräumter. Eine klassische Wand- oder Inselhaube kann ein dominantes Element im Raum sein. Eine Glaspaneelhaube dagegen ist bei Nichtgebrauch kaum zu sehen.
Das kann besonders in kleinen Küchen interessant sein. Dort konkurriert eine Dunstabzugshaube schnell mit den ohnehin begrenzten Stauraum- und Arbeitsflächen. Bei einer integrierten Lösung bleibt der Oberschrank oberhalb des Kochfeldes zumindest weitgehend erhalten.
Genau darauf zielt auch das Konzept der Miele DAG 2650 und DAG 2950: Die Haube ist in den Oberschrank integriert und nimmt im geschlossenen Zustand kaum zusätzliche optische Präsenz ein. Beim Kochen wird der Glasschirm ausgeklappt und die Haube damit in ihre Arbeitsposition gebracht.
Was sind die Vorteile?
Neben der unauffälligen Optik ist vor allem die bessere Nutzung des vorhandenen Platzes interessant. Wer keine große sichtbare Haube über dem Kochfeld möchte, bekommt eine Lösung, die sich stärker in die Küchenmöbel einfügt.
Ein weiterer Vorteil kann die Gestaltung der Küche sein. Gerade bei modernen, geradlinigen Küchen stört eine große Haube manchmal die durchgehende Front der Oberschränke. Eine integrierte Glaspaneelhaube kann diese Optik weitgehend erhalten.
Auch für Küchen mit wenig Platz kann die Konstruktion interessant sein. Statt zusätzlichen Raum für eine sichtbare Haube einzuplanen, wird die vorhandene Möblierung genutzt. Das ist allerdings nicht gleichbedeutend damit, dass der gesamte Oberschrank uneingeschränkt als Stauraum zur Verfügung steht. Die Technik benötigt innerhalb des Schranks ebenfalls Platz.
Gibt es auch Nachteile?
Der wichtigste Nachteil liegt genau dort, wo der größte Vorteil beginnt: Die Haube benötigt einen Teil des Oberschranks. Von außen sieht man davon wenig, im Inneren müssen aber Motor, Filter und weitere Komponenten untergebracht werden. Der Stauraum ist deshalb nicht mit dem eines vollständig frei nutzbaren Küchenschranks gleichzusetzen.
Auch die Bedienung unterscheidet sich von einer fest montierten Haube. Vor dem Kochen muss der Glasschirm ausgeklappt werden. Wer die Haube vergessen hat oder erst sehr spät einschaltet, hat möglicherweise bereits einen Teil der Kochdünste im Raum verteilt.
Hinzu kommt die Reinigung. Auch eine nahezu unsichtbare Haube bleibt eine Dunstabzugshaube: Fettfilter müssen regelmäßig gereinigt und bei Umluftbetrieb die Geruchsfilter entsprechend den Herstellervorgaben gewechselt oder regeneriert werden. Die Tatsache, dass die Technik im Schrank verborgen ist, macht die Wartung nicht überflüssig.
Für welche Küche eignet sich eine Glaspaneelhaube?
Interessant ist eine solche Lösung vor allem für Küchen, bei denen die Dunstabzugshaube möglichst wenig auffallen soll. Wer eine ruhige, durchgehende Küchenfront bevorzugt und gleichzeitig nicht auf eine leistungsfähige Absaugung verzichten möchte, kann mit einer integrierten Lösung einen Kompromiss finden.
Weniger entscheidend ist dagegen die Frage, ob eine Haube grundsätzlich „besser“ als eine andere ist. Für die tatsächliche Leistung sind unter anderem die Position zum Kochfeld, die Breite, die Luftführung, die Betriebsart und die Leistung des Geräts relevant. Eine unsichtbare Haube ist nicht automatisch eine schlechtere Haube – ebenso wenig ist eine große sichtbare Haube automatisch leistungsfähiger.
Die Glaspaneelhaube ist deshalb vor allem eine Antwort auf ein Gestaltungs- und Platzproblem: Die Dunstabzugstechnik soll vorhanden sein, aber möglichst nicht als eigenes Küchengerät in Erscheinung treten. Bei den Miele-Modellen DAG 2650 und DAG 2950 wird dieses Prinzip besonders konsequent umgesetzt. Im geschlossenen Zustand bleibt vom Abzug fast nichts zu sehen; erst beim Kochen wird der Glasschirm ausgeklappt und die Haube übernimmt ihre eigentliche Aufgabe.
