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Küche aufbauen lassen: Was Montage, Stundenlohn und Extras kosten

Eine neue Küche ist nicht mit dem Kaufvertrag erledigt. Schränke müssen ausgerichtet, Arbeitsplatten zugeschnitten, Geräte eingesetzt, Wasser und Strom angeschlossen werden. Wer die Küche nicht selbst montieren will, braucht Küchenmonteure – und sollte die Kosten realistisch einplanen. Denn der Aufbau ist mehr als Möbel zusammenschrauben.

Die Kosten hängen vor allem von Größe, Küchenform und Aufwand ab. Eine einfache Küchenzeile ist deutlich schneller montiert als eine L-Küche mit Hochschränken, Arbeitsplattenausschnitten, Passleisten, Beleuchtung, Spüle und mehreren Einbaugeräten.

Was kostet es, eine Küche aufbauen zu lassen?

Als grober Rahmen gelten für eine komplette Küchenmontage häufig mehrere Hundert bis rund 2.000 Euro. Aktuelle Preisübersichten nennen je nach Aufwand etwa 500 bis 2.000 Euro für die Gesamtkosten einer Küchenmontage; andere Kalkulationen liegen für einfache Montagen niedriger, wenn kaum Sonderarbeiten anfallen.

Mehr lesen: Kann man eine Küche selber einbauen? 10 Fragen, die man sich vorher stellen sollte

Viele Fachbetriebe rechnen nach laufendem Meter ab. Für eine hochwertige Küchenmontage werden oft etwa 150 bis 300 Euro pro laufendem Küchenmeter genannt. Bei Möbelhäusern oder Küchenstudios kann die Montage bereits im Gesamtpaket enthalten sein oder separat berechnet werden.

Zusatzkosten entstehen häufig für Demontage der alten Küche, Entsorgung, Zuschnitte an der Arbeitsplatte, Wandabschlussleisten, schwierige Anpassungen, Silikonfugen oder den Anschluss von Geräten. Für Wasser- und Elektroanschlüsse werden teils eigene Pauschalen berechnet. Eine aktuelle Übersicht nennt etwa 80 bis 200 Euro für Wasseranschlüsse und 100 bis 250 Euro für Elektroanschlüsse, je nach Situation.

Was kostet ein Küchenmonteur pro Stunde?

Der Stundensatz liegt je nach Region, Qualifikation und Betrieb meist zwischen 40 und 100 Euro. Häufig genannt werden 40 bis 70 Euro pro Stunde, bei Fachbetrieben oder komplexeren Arbeiten auch rund 80 Euro oder mehr.

Wichtig ist: Der berechnete Stundensatz ist nicht der Lohn des Monteurs. Darin stecken Anfahrt, Werkzeug, Fahrzeug, Versicherung, Betriebskosten, Verwaltung und Gewährleistung. Bei zwei Monteuren summiert sich der Betrag entsprechend schneller, dafür geht die Montage meist deutlich zügiger.

Bei einer normalen Einbauküche arbeiten oft zwei Monteure einen ganzen Tag oder länger. Kommen schwierige Wände, schiefe Böden, komplizierte Arbeitsplatten oder fehlende Teile hinzu, verlängert sich der Aufbau schnell.

Was verteuert den Küchenaufbau?

Teurer wird es, wenn viel angepasst werden muss. Dazu gehören schiefe Wände, unebene Böden, Altbauküchen, Sondermaße, schwere Arbeitsplatten, Naturstein, Massivholz, komplexe Ecklösungen oder Geräte, die nicht genau zu den Schränken passen.

Auch Anschlüsse können den Preis verändern. Liegen Wasser, Abwasser und Strom bereits passend, bleibt der Aufwand überschaubar. Müssen Anschlüsse verlegt oder Starkstromarbeiten durchgeführt werden, braucht es Fachleute. Den Herdanschluss sollte grundsätzlich ein Elektriker übernehmen.

Ein weiterer Kostenpunkt ist die alte Küche. Demontage, Abtransport und Entsorgung kosten extra, wenn sie nicht im Angebot enthalten sind. Deshalb sollte vor Auftragserteilung genau geklärt werden, was im Preis steckt.

Wie viel Trinkgeld ist beim Küchenaufbau angemessen?

Trinkgeld ist nicht Pflicht. Es ist eine freiwillige Anerkennung, wenn die Monteure sauber, sorgfältig und zuverlässig gearbeitet haben. Bei einer normalen eintägigen Küchenmontage sind 10 bis 20 Euro pro Monteur üblich. Bei besonders aufwendigem Aufbau über mehrere Tage können auch 20 bis 30 Euro pro Person angemessen sein. Ratgeber nennen bei längeren Handwerkerarbeiten ähnliche Größenordnungen.

Oft wird auch Verpflegung geschätzt: Kaffee, Wasser, ein belegtes Brötchen oder die Möglichkeit, kurz die Toilette zu nutzen. Das ersetzt kein Trinkgeld, ist aber eine freundliche Geste. Entscheidend bleibt: Trinkgeld gibt es am Ende, wenn die Arbeit wirklich ordentlich erledigt wurde.

Was tun, wenn die Montagefirma storniert oder nicht kommt?

Zuerst sollte man die Firma sofort kontaktieren und eine klare Ersatzfrist verlangen. Wichtig ist, alles schriftlich festzuhalten: Termin, Absage, neue Frist, mögliche Mehrkosten. Wer nur telefoniert, hat später kaum Nachweis.

Ist der Montagetermin vertraglich verbindlich vereinbart und erscheint die Firma nicht, kann sie in Verzug geraten. Dann können unter Umständen Ersatzansprüche entstehen, etwa für nachweisbare Mehrkosten oder notwendige Ersatzmontage. Entscheidend ist aber der Vertrag: Steht dort ein fester Montagetermin oder nur ein unverbindliches Zeitfenster?

Praktisch sinnvoll ist ein schriftlicher Dreischritt: zunächst Nachfrist setzen, dann Ersatztermin verlangen, anschließend ankündigen, dass man bei erneutem Ausfall eine andere Firma beauftragt und Mehrkosten geltend macht. Bei größeren Schäden oder Streit über Anzahlungen sollte man sich rechtlich beraten lassen, etwa bei Verbraucherzentrale, Anwalt oder Rechtsschutzversicherung.

Vor der Montage alles absichern

Vor dem Termin sollte die Küche vollständig geliefert, der Raum leer, der Boden belastbar und die Anschlüsse zugänglich sein. Fehlende Griffe, beschädigte Schränke oder falsche Arbeitsplatten stoppen den Aufbau schnell. Dann ist nicht immer die Montagefirma verantwortlich.

Im Angebot sollten deshalb stehen: Montageumfang, Stundensatz oder Pauschale, Anfahrt, Demontage, Entsorgung, Geräteanschlüsse, Arbeitsplattenausschnitte, Silikonarbeiten, Materialkosten und Umgang mit Zusatzaufwand.

Eine Küchenmontage ist teuer, weil sie Präzision verlangt. Türen müssen fluchten, Arbeitsplatten passen, Geräte sicher sitzen, Wasseranschlüsse dicht sein. Wer hier spart, zahlt im Zweifel später doppelt – durch Nacharbeiten, Schäden oder eine Küche, die jeden Tag zeigt, dass sie nicht sauber montiert wurde.