Es gibt Küchenwerkzeuge, über die man kaum nachdenkt – bis man sie braucht. Die Käsereibe gehört dazu. Wer schon einmal versucht hat, ein Stück Parmesan mit einer stumpfen Universalreibe zu bearbeiten, kennt das Ergebnis: ungleichmäßige Flocken, viel Kraftaufwand und am Ende mehr Käse auf der Arbeitsplatte als auf den Spaghetti.
Dabei macht die richtige Reibe einen erstaunlich großen Unterschied. Sie entscheidet nicht nur darüber, wie fein der Käse wird, sondern auch darüber, wie intensiv er schmeckt und wie gut er auf warmen Speisen schmilzt.
Nicht jede Käsereibe ist für Parmesan geeignet
Parmesan gehört zu den härtesten Käsesorten überhaupt. Durch seine lange Reifung verliert er Feuchtigkeit und wird sehr fest. Das macht ihn aromatisch – stellt aber auch hohe Anforderungen an die Reibe. Eine einfache Vierkantreibe erfüllt ihren Zweck zwar, ist für Hartkäse jedoch nicht immer die komfortabelste Lösung. Besonders wenn größere Mengen benötigt werden, kostet das Reiben viel Kraft.
Für Parmesan haben sich drei Reibentypen bewährt:
Die klassische Feinreibe
Sie erzeugt feine, lockere Käseflocken, die auf heißer Pasta oder Risotto nahezu sofort schmelzen. Wer den Käse möglichst gleichmäßig verteilen möchte, fährt mit einer scharfen Feinreibe meist am besten.
Die grobe Reibe
Sie liefert größere Späne mit mehr Biss. Diese eignen sich besonders für Salate, Carpaccio oder als dekorativer Abschluss auf Pasta.
Die Microplane-Reibe
Unter Profiköchen gilt sie fast als Standard für Hartkäse. Ihre extrem scharfen, geätzten Klingen schneiden den Parmesan, statt ihn zu zerdrücken. Dadurch entsteht besonders feiner, luftiger Käse, der sein Aroma gut entfaltet und sich mühelos reiben lässt.
Warum frisch geriebener Parmesan besser schmeckt
Viele greifen im Supermarkt zu bereits geriebenem Parmesan. Das spart Zeit, hat aber seinen Preis.
Vorgefertigter Reibekäse verliert durch die große Oberfläche schneller Aromen. Zudem enthalten manche geriebenen Käseprodukte Trennmittel, damit der Käse in der Packung nicht verklumpt. Frisch geriebener Parmesan schmeckt deshalb meist intensiver und schmilzt gleichmäßiger.
Was tun, wenn keine Käsereibe vorhanden ist?
Nicht in jeder Küche liegt eine Reibe griffbereit. Ganz ohne Hilfsmittel muss dennoch niemand auf Parmesan verzichten.
Mit einem Sparschäler lassen sich dünne Parmesanspäne herstellen. Sie eignen sich hervorragend für Salate, Antipasti oder Pasta und erinnern optisch an die großen Käseflocken, die viele italienische Restaurants verwenden.
Auch ein Gemüseschäler erfüllt diesen Zweck erstaunlich gut.
Soll der Käse feiner werden, kann ein sehr scharfes Messer helfen. Damit lässt sich Parmesan in kleine Splitter oder feine Würfel schneiden, die sich gut über Speisen verteilen lassen.
Kann man Parmesan im Mixer zerkleinern?
Wer größere Mengen auf Vorrat reiben möchte, kann einen leistungsstarken Mixer oder eine Küchenmaschine verwenden. Wichtig ist allerdings, den Käse nur kurz zu zerkleinern. Läuft das Gerät zu lange, erwärmt sich der Parmesan durch die Reibung, beginnt zu verklumpen und verliert seine lockere Konsistenz.
Für kleine Portionen bleibt die Handreibe deshalb meist die bessere Wahl.
Die Reibe scharf halten
Viele ärgern sich über das Reiben, obwohl nicht der Käse das Problem ist, sondern das Werkzeug. Mit der Zeit nutzen sich die Schneidkanten ab. Der Parmesan wird dann eher gequetscht als geschnitten.
Wer häufig Hartkäse verarbeitet, sollte auf eine hochwertige Reibe aus Edelstahl achten. Gute Modelle bleiben deutlich länger scharf und erleichtern die Arbeit spürbar.
Großmutters Tipp: Pinseln Sie die Käsereibe vor dem Benutzen mit etwas Speiseöl ein, so klebt der Käse nicht mehr fest und die Reibe ist anschließend einfacher zu reinigen.
Reinigung nicht aufschieben
Parmesan enthält Fett, das nach dem Trocknen hartnäckig an den Zähnen der Reibe haftet. Deshalb sollte sie möglichst direkt nach dem Gebrauch unter warmem Wasser abgespült werden. Eine kleine Bürste hilft dabei, Käsereste zwischen den Schneidkanten zu entfernen.
Die Käsereibe ist wahrlich nicht leicht zu reinigen. Zerreiben Sie vor der Anwendung eine halbe Zitrone auf der Reibe. Die Zitronensäure verhindert, dass der Käse an der Reibe kleben bleibt. Es genügt, sie abzuspülen.
Alltagstipp: Alte Käsereibe als Schmuckhalter
Eine ausgediente Käsereibe muss nicht im Müll landen. Besonders Modelle mit vier Seiten eignen sich hervorragend als origineller Schmuckhalter. Einfach aufrecht auf eine Kommode oder ins Badezimmer stellen und Ohrringe in die kleinen Löcher einhängen. Ketten und Armbänder lassen sich locker um den Griff oder die Seiten legen. Wer mag, verpasst der Reibe mit etwas Sprühlack einen neuen Anstrich in Gold, Schwarz oder Pastellfarben. So wird aus einem alten Küchenhelfer im Handumdrehen ein praktischer Ordnungshelfer mit Vintage-Charme – und Lieblingsstücke sind stets griffbereit.
