Ein Timbale sieht zunächst aus wie ein kleines Türmchen auf dem Teller. Es kann aus Reis bestehen, aus Nudeln, Gemüse, Fisch oder Fleisch – und manchmal auch aus einer Mischung verschiedener Zutaten. Der Begriff bezeichnet nämlich weniger ein bestimmtes Rezept als eine Form: Speisen werden in einer runden Form geschichtet, gebacken oder gegart und anschließend auf den Teller gestürzt. So entsteht eine kompakte, meist zylindrische Portion.
Das Wort kommt aus dem Französischen: „timbale“ bezeichnet ursprünglich eine kleine Kesselpauke und wurde wegen der ähnlichen Form auf das Kochgeschirr beziehungsweise die angerichtete Speise übertragen. In der klassischen Küche wurden Timbale-Pasteten häufig in speziellen Formen zubereitet. Heute genügt dafür meist eine kleine ofenfeste Form, ein Dessertring oder eine Tasse.
Wie bereitet man eine Timbale zu?
Das Prinzip ist denkbar einfach. Zunächst wird eine Masse oder eine Auswahl von Zutaten vorbereitet, die sich zu einer stabilen Portion formen lässt. Besonders geeignet sind gekochter Reis, Risotto, Pasta, Kartoffeln oder Gemüse. Auch Fisch und Fleisch können Bestandteil einer Timbale sein, sofern die Mischung durch Ei, Sauce oder eine andere Bindung zusammengehalten wird.
Die Zutaten werden anschließend in eine gefettete Form gegeben und je nach Rezept im Backofen gegart oder lediglich fest zusammengedrückt. Bei einer Reistimbale kann beispielsweise gekochter Reis mit Gemüse, Kräutern und etwas Käse vermischt und in kleine Förmchen gefüllt werden. Nach dem Erwärmen wird die Form vorsichtig auf den Teller gestürzt.
Entscheidend ist dabei die Konsistenz. Eine Timbale soll ihre Form behalten, wenn sie aus der Form kommt, aber nicht zu einem festen Block werden. Deshalb braucht es bei manchen Rezepten ein Bindemittel.
Die Zutaten werden oft mit Eiern, Sahne oder Bechamelsauce vermischt, um eine feste Konsistenz zu erreichen, die nach dem Backen ihre Form behält.
Und so wird´s gemacht:
- In einem Mixer 300 g gekochten Spinat mit 3 Eiern, 250 ml Creme double, Muskat, Pfeffer und Salz pürieren und in gefettete kleine Becherförmchen füllen.
- Die Förmchen im Wasserbad bei 190 Grad etwa 10 Minuten im Ofen backen, bis sie fest sind (an einem in die Mitte der Förmchen gesteckten Holzspieß darf nichts haften bleiben).
- Die Förmchen aus dem Wasserbad nehmen, die Timbalen mit einem Messer vorsichtig vom Rand lösen, auf Portionsteller stürzen und die Förmchen vorsichtig abnehmen.
Timbale oder Auflauf?
Der Unterschied zu einem Auflauf liegt vor allem in der Präsentation. Ein Auflauf wird üblicherweise in einer größeren Form zubereitet und anschließend portioniert. Bei der Timbale wird dagegen von Anfang an eine einzelne, kompakte Form angestrebt. Sie kommt nach dem Stürzen als kleine Säule oder Kuppel auf den Teller.
Damit gehört die Timbale auch ein wenig zur klassischen Kunst des Anrichtens. Was in der Küche aus Reis, Gemüse oder Pasta besteht, bekommt durch die Form einen deutlich anderen Auftritt. Gerade deshalb findet man Timbalen häufig in der gehobenen Küche, obwohl das Grundprinzip keineswegs kompliziert ist.
Welche Zutaten eignen sich?
Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Eine klassische Variante ist die Timbale aus Reis, etwa als Beilage zu Fisch oder Fleisch. Ebenso lassen sich Gemüse, Kartoffeln oder Nudeln verwenden. Besonders schön wirken Schichten mit unterschiedlichen Farben und Konsistenzen: etwa Reis mit gebratenem Gemüse oder Kartoffeln mit Pilzen und Kräutern.
Auch süße Timbalen sind möglich. Dann können beispielsweise Reis, Grieß, Obst oder eine Creme in einer Form angerichtet werden. Der Name beschreibt schließlich vor allem die Form und nicht die Geschmacksrichtung.
Für den Hausgebrauch braucht es dafür übrigens keine historische Timbalenform. Ein kleiner Dessertring eignet sich ebenso. Wer keinen besitzt, kann eine kleine Tasse oder Schüssel verwenden, die innen leicht eingefettet wird. Die Masse hineingeben, vorsichtig andrücken, den Teller auflegen und alles gemeinsam umdrehen. Wenn sich die Form löst, steht dort plötzlich ein kleines Türmchen – und aus einer ganz gewöhnlichen Beilage wird eine Timbale.
