Zum Inhalt springen
Home » Tools & Organisation » Abfalleimer-Erfrischer in der Küche: Was bringen sie wirklich?

Abfalleimer-Erfrischer in der Küche: Was bringen sie wirklich?

Der Mülleimer steht unter der Spüle, die Tür des Unterschranks ist geschlossen – und trotzdem weiß man nach ein paar Tagen ziemlich genau, was sich darin befindet. Gerade Essensreste entwickeln schnell einen Geruch, der sich nicht an die Regeln der guten Küchenlüftung hält.

Abfalleimer-Erfrischer versprechen Abhilfe. Kleine Duftspender, Gelpads, Säckchen oder Klebeprodukte sollen den Geruch im Mülleimer neutralisieren oder zumindest überdecken. Doch was funktioniert tatsächlich?

Warum riecht der Mülleimer überhaupt?

Der typische Mülleimergeruch entsteht vor allem dann, wenn organische Abfälle feucht werden und anfangen, sich zu zersetzen. Obst- und Gemüsereste, Kaffeefilter, Essensreste oder Verpackungen mit anhaftenden Lebensmitteln bieten Mikroorganismen reichlich Material.

Wärme beschleunigt den Vorgang. Deshalb kann der Mülleimer im Sommer schon nach kurzer Zeit unangenehm riechen.

Der beste Geruchsneutralisierer ist deshalb zunächst erstaunlich banal: Den Müll regelmäßig hinausbringen und den Eimer sauber halten.

Was bringen Abfalleimer-Erfrischer?

Mülleimer-Erfrischer können durchaus etwas bringen – aber man sollte ihre Wirkung richtig einordnen. Viele Produkte arbeiten vor allem mit Duftstoffen. Sie sorgen dafür, dass der Mülleimer beispielsweise nach Zitrone, Minze oder einem anderen Duft riecht. Der unangenehme Geruch ist dadurch weniger wahrnehmbar.

Das ist etwas anderes als eine echte Geruchsneutralisierung. Produkte, die tatsächlich Geruchsmoleküle binden oder chemisch verändern, können wirksamer sein. Dazu zählen je nach Produkt beispielsweise Aktivkohle oder spezielle absorbierende Materialien. Ein Duftspender macht aus altem Biomüll allerdings keinen frischen Müll.

Was neutralisiert Mülleimer-Geruch?

Für den Haushalt gibt es mehrere einfache Möglichkeiten:

Aktivkohle

Aktivkohle kann Geruchsstoffe an ihrer Oberfläche binden. Kleine Aktivkohlebeutel oder spezielle Geruchsabsorber können deshalb im oder am Mülleimer sinnvoll sein.

Der Vorteil: Sie überdecken den Geruch nicht einfach mit einem anderen Duft.

Natron

Auch Natron wird häufig gegen unangenehme Gerüche eingesetzt. Eine kleine Menge kann Feuchtigkeit und bestimmte Geruchsstoffe aufnehmen.

Wichtig ist allerdings: Natron ersetzt keine Reinigung. Wenn Flüssigkeit aus einem Müllbeutel ausgelaufen ist und am Boden des Eimers klebt, hilft auch das beste Pulver nur begrenzt.

Zeitungspapier oder Küchenpapier

Eine einfache Methode gegen Feuchtigkeit: Den Boden des Müllbeutels beziehungsweise des Eimers mit etwas saugfähigem Papier auslegen.

Das ist besonders bei feuchten Küchenabfällen hilfreich. Denn weniger Feuchtigkeit bedeutet oft auch weniger Geruch.

Kaffeesatz?

Kaffeesatz wird gern als Hausmittel empfohlen. Er kann Gerüche teilweise überdecken oder aufnehmen, ist aber kein Wundermittel.

Außerdem sollte man ihn nicht feucht über Tage im Eimer liegen lassen. Sonst schafft man sich möglicherweise gleich das nächste Geruchsproblem.

Der wichtigste Trick: Feuchtigkeit vermeiden

Der Mülleimer riecht selten wegen einer trockenen Bananenschale besonders schlimm. Problematischer sind feuchte organische Abfälle.

Deshalb lohnt es sich, Flüssigkeiten möglichst nicht im Müll landen zu lassen. Verpackungen mit Resten sollten, soweit sinnvoll und zulässig, entleert werden.

Bei Bioabfällen hilft es, den Müll nicht tagelang in der warmen Küche zu sammeln. Und wer einen besonders kleinen Behälter für organische Abfälle benutzt, hat einen weiteren Vorteil: Er muss ihn häufiger leeren.

Essig gegen den Mülleimergeruch?

Essig kann bei der Reinigung helfen, ist aber nicht unbedingt die beste Idee, einfach eine Schale Essig dauerhaft neben den Müll zu stellen.

Sinnvoller ist eine gründliche Reinigung des Eimers. Danach sollte er vollständig trocknen.

Wer den Eimer mit einem geeigneten Haushaltsreiniger säubert, sollte außerdem darauf achten, keine verschiedenen Reinigungsmittel miteinander zu mischen.

Was ist mit Zitrone?

Zitronenschalen verbreiten einen angenehmen Geruch und können kurzfristig den Eindruck einer frischeren Mülltonne erzeugen.

Aber auch hier gilt: Die Schale selbst ist organisches Material und wird irgendwann ebenfalls Teil des Müllproblems. Für einen kurzfristigen Frischeeffekt ist sie okay. Eine dauerhafte Lösung ist sie nicht.

Wo sollte ein Abfalleimer-Erfrischer angebracht werden?

Das hängt vom Produkt ab. Manche Erfrischer werden unter den Deckel geklebt, andere an der Innenseite des Deckels befestigt oder in den Bereich zwischen Eimer und Müllbeutel gelegt.

Wichtig ist, dass das Produkt nicht mit Lebensmitteln in Kontakt kommt und die Gebrauchsanweisung des Herstellers beachtet wird.

Bei einem Eimer unter der Spüle sollte man außerdem bedenken: Dort ist es dunkel und häufig relativ warm. Ein stark parfümiertes Produkt kann den Geruch zwar verändern, beseitigt aber nicht die Ursache.

Wann hilft der beste Erfrischer nicht mehr?

Wenn der Mülleimer selbst riecht, sollte man nicht einfach einen neuen Duft hineinlegen.

Besonders der Rand, der Deckel und der Boden werden gern vergessen. Dort können sich kleine Mengen Flüssigkeit und Lebensmittelreste sammeln. Auch der Bereich unter dem Müllbeutel ist ein Klassiker.

Dann heißt es: Müll raus, Eimer leeren, gründlich reinigen und vollständig trocknen lassen.

Erst danach lohnt sich ein Geruchsabsorber.

Was ist also die beste Kombination?

Für den Küchenalltag braucht es meist keine Sammlung von Duftprodukten.

Erstens: feuchte Abfälle möglichst schnell entsorgen.
Zweitens: den Mülleimer regelmäßig reinigen und trocknen.
Drittens: bei Bedarf einen Geruchsabsorber wie Aktivkohle einsetzen.
Viertens: Wer Duft mag, kann zusätzlich einen Abfalleimer-Erfrischer verwenden.

Damit erfüllt der Erfrischer eine sinnvolle Nebenrolle – aber nicht die Hauptaufgabe.

Denn gegen Mülleimergeruch gilt eine alte Küchenweisheit: Der beste Duftspender ist ein leerer Mülleimer.