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Alte Küche entsorgen: Selbermachen? Wann ein Profi erforderlich ist

Eine neue Küche beginnt selten mit dem Aufbau. Meist steht zuerst die alte im Weg: Schränke, Arbeitsplatte, Spüle, Herd, Kühlschrank, vielleicht noch Fliesenreste, Silikonfugen und ein Dunstabzug. Wer eine Küche entsorgen will, merkt schnell, dass es nicht nur um Sperrmüll geht.

Holz, Metall, Elektrogeräte, Armaturen und manchmal auch Sonderabfälle müssen getrennt werden.

Erst prüfen, ob die Küche noch weitergenutzt werden kann

Bevor die erste Schraube gelöst wird, lohnt sich ein nüchterner Blick. Ist die Küche wirklich reif für die Entsorgung oder kann sie noch verkauft, verschenkt oder teilweise weiterverwendet werden? Gerade einfache Küchen finden über Kleinanzeigen manchmal noch Abnehmer, wenn sie vollständig, sauber und zeitnah abholbar sind.

Mehr lesen: Welchen Wert hat meine Küche noch? So berechnen Sie ihn

Das spart Entsorgungskosten und Arbeit. Allerdings muss klar sein, wer die Küche abbaut, wann sie abgeholt wird und ob Elektro- oder Wasseranschlüsse fachgerecht getrennt wurden. Wer knapp im Zeitplan ist, sollte sich nicht auf vage Zusagen verlassen. Eine verschenkte Küche ist nur dann eine Entlastung, wenn sie tatsächlich rechtzeitig aus der Wohnung verschwindet.

Was zur alten Küche gehört

Eine Einbauküche besteht aus unterschiedlichen Abfallarten. Küchenschränke, Regalböden und Arbeitsplatten aus Holzwerkstoffen zählen meist zum Sperrmüll oder Altholz. Metallteile, Spüle, Armaturen und Schienen können getrennt erfasst werden. Elektrogeräte wie Herd, Backofen, Kühlschrank, Geschirrspüler und Dunstabzug gehören nicht in den normalen Sperrmüll, sondern zur Elektroaltgeräte-Sammlung.

Wichtig ist auch: Farben, Lacke, alte Reinigungsmittel, Kleberreste oder Leuchtmittel gehören nicht in den Sperrmüll. Sie müssen je nach Stoff über Schadstoffsammlung oder Wertstoffhof entsorgt werden.

Selber abbauen: günstig, aber nicht immer einfach

Die günstigste Variante ist der Eigenabbau. Dafür braucht man Zeit, Werkzeug, kräftige Helfer und ein geeignetes Fahrzeug. Oberschränke müssen sicher von der Wand gelöst, Arbeitsplatten getrennt, Sockel entfernt und Unterschränke zerlegt werden. Türen, Schubladen und Einlegeböden werden am besten zuerst ausgebaut, damit die Elemente leichter werden.

Grenzen gibt es bei Wasser, Gas und Strom. Spüle, Armatur und Geschirrspüler sollten nur abgeklemmt werden, wenn klar ist, was zu tun ist. Beim Herdanschluss endet Heimwerken. Elektroherde gehören an den Fachmann, Gasanschlüsse erst recht. Ein unsachgemäß getrennter Anschluss kann erhebliche Schäden verursachen.

Wer selbst abbaut, sollte außerdem rechtzeitig klären, wohin die Teile kommen. Viele Recyclinghöfe nehmen Sperrmüll nur bis zu bestimmten Mengen kostenlos oder gegen Gebühr an.

Sperrmüll ist nicht überall gleich geregelt

Die kommunalen Regeln unterscheiden sich deutlich. Manche Städte bieten eine kostenlose Sperrmüllabholung pro Jahr, andere verlangen Gebühren oder arbeiten mit festen Terminen. In vielen Fällen müssen Holz, Metall und Elektrogeräte getrennt bereitgestellt werden.

Deshalb sollte man nicht erst am Abend vor dem Abbau in den Abfallkalender schauen. Entscheidend sind die Fragen: Muss Sperrmüll angemeldet werden? Wird eine Einbauküche komplett mitgenommen? Werden Elektrogeräte separat abgeholt? Gibt es Mengenbegrenzungen? Müssen Arbeitsplatten gekürzt oder Schränke zerlegt sein?

Wer Teile einfach an die Straße stellt, riskiert Ärger. Unerlaubt abgestellter Sperrmüll kann als Ordnungswidrigkeit gelten und zusätzliche Kosten verursachen.

Profis beauftragen: schneller und planbarer

Bequemer ist es, Abbau und Entsorgung einem Küchenstudio, Umzugsunternehmen, Handwerker oder Entrümpelungsdienst zu überlassen. Das lohnt sich besonders bei großen Küchen, oberen Etagen ohne Aufzug, schweren Arbeitsplatten, engen Treppenhäusern oder wenig Zeit vor dem Einbau der neuen Küche.

Professionelle Anbieter bauen die Küche ab, tragen sie aus der Wohnung, trennen Materialien und entsorgen sie. Manche übernehmen auch das Abklemmen von Geräten, wobei Strom- und Gasarbeiten weiterhin fachgerecht ausgeführt werden müssen. Bei einer neuen Küche bieten Küchenstudios häufig an, die alte Küche gegen Aufpreis mitzunehmen.

Der Vorteil ist die Planungssicherheit. Die Wohnung ist schneller frei, die Teile landen nicht tagelang im Hausflur, und das Risiko von Schäden an Treppenhaus, Wänden oder Anschlüssen sinkt.

Mit welchen Kosten muss man rechnen?

Die Spanne ist groß. Wer selbst abbaut und kommunale Angebote nutzt, kommt am günstigsten weg. Dann fallen oft nur Transportkosten, Gebühren für zusätzliche Mengen oder einzelne Entsorgungsbestandteile an. Ratgeber nennen für eine Entsorgung in Eigenregie je nach Kommune geringe Beträge bis einige Hundert Euro; eine individuell vereinbarte Sperrmüllabfuhr kann etwa nach Kubikmetern berechnet werden. Poco nennt als Orientierung rund 20 Euro pro Kubikmeter, weist aber ebenfalls auf kommunale Unterschiede hin.

Wird ein Dienstleister beauftragt, steigen die Kosten deutlich. Für den reinen Küchenabbau werden in Preisübersichten häufig etwa 80 bis 150 Euro pro laufendem Meter genannt; Aufbaukosten liegen oft höher. Für Demontage und Entsorgung zusammen nennen Marktübersichten je nach Größe, Aufwand und Region grobe Gesamtspannen von einigen Hundert Euro bis über 2.000 Euro. MyHammer beziffert Abriss und ordnungsgemäße Entsorgung einer alten Küche durchschnittlich auf etwa 600 bis 2.500 Euro.

Teurer wird es, wenn die Küche sehr groß ist, Geräte ausgebaut werden müssen, Natursteinplatten vorhanden sind, kein Aufzug existiert oder kurzfristige Termine nötig sind. Auch Parkwege, Halteverbotszonen und lange Tragewege können den Preis erhöhen.

Worauf man beim Angebot achten sollte

Ein gutes Angebot sollte nicht nur eine Pauschale nennen, sondern Leistungen klar beschreiben: Demontage, Tragen, Transport, Entsorgung, Elektrogeräte, Spüle, Armatur, Arbeitsplatte, Etage, Aufzug, Anfahrt. Auch die Frage, ob Entsorgungsnachweise möglich sind, kann wichtig sein.

Vorsicht ist bei auffällig billigen Angeboten geboten. Wer eine komplette Küche für einen unrealistisch niedrigen Betrag entsorgen will, spart möglicherweise an der legalen Entsorgung. Am Ende können Abfälle illegal abgeladen werden. Das ist nicht nur ökologisch problematisch, sondern kann bei nachweisbarer Herkunft auch für den Auftraggeber unangenehm werden.

Mieter sollten Übergabe und Eigentum klären

In Mietwohnungen stellt sich zusätzlich die Frage, wem die Küche gehört. Eine selbst eingebaute Küche des Mieters darf grundsätzlich entfernt werden, wenn die Wohnung anschließend im vereinbarten Zustand zurückgegeben wird. War die Küche Bestandteil der Mietsache, darf sie nicht einfach entsorgt werden. Dann braucht es eine klare Absprache mit dem Vermieter.

Auch bei Nachmietern ist Vorsicht sinnvoll. Soll die Küche übernommen werden, gehören Preis, Zustand, Abbaupflichten und Übergabetermin schriftlich festgehalten. Sonst steht am Ende doch der alte Schrank in der Wohnung, obwohl die neue Küche schon bestellt ist.

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