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Glaskeramik oder Ceran? Was hinter den Begriffen wirklich steckt

Viele Küchenkäufer stehen früher oder später vor der Frage, ob sie ein Glaskeramikkochfeld oder ein Ceranfeld wählen sollten. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein technischer Unterschied – tatsächlich handelt es sich vor allem um eine Frage der Begriffe. Beide Bezeichnungen werden häufig verwechselt, und im Handel tauchen sie oft nebeneinander auf.

Entscheidend ist, wie das Material aufgebaut ist, welche Heiztechnik darunterliegt und welche Eigenschaften ein solches Kochfeld im Alltag bietet.

Was Glaskeramik eigentlich bedeutet

Glaskeramik beschreibt zunächst das Material, aus dem moderne Kochfelder gefertigt sind. Es handelt sich um eine extrem hitzebeständige Spezialglasmischung, die Temperaturen von mehreren Hundert Grad standhält, sich kaum ausdehnt und daher auch bei schnellen Temperaturwechseln stabil bleibt. Glaskeramik ist zugleich so transparent für Wärmestrahlung, dass die Heiztechnik darunter effizient arbeiten kann. Diese Materialeigenschaft ist der Grund, warum Glaskeramikkochfelder heute Standard in Küchen sind – unabhängig vom Hersteller.

Glaskeramik an sich sagt jedoch noch nichts darüber aus, ob das Kochfeld mit klassischen Heizwendeln, Halogenstrahlern oder Induktion arbeitet. Das Material ermöglicht lediglich, dass Hitze oder magnetische Felder präzise übertragen werden.

Ceran: Ein Markenname – kein eigener Kochfeldtyp

Ceran ist kein eigener Kochfeldtyp, sondern ein eingetragener Markenname der Firma Schott. Das Material Ceran ist eine Glaskeramik – allerdings eine bestimmte, besonders hochwertige Form dieser Glasart. Deshalb gilt: Jedes Ceranfeld ist ein Glaskeramikkochfeld, aber nicht jedes Glaskeramikkochfeld ist ein Ceranfeld. Die Begriffe werden dennoch umgangssprachlich oft gleichgesetzt, ähnlich wie Tempo für Taschentücher.

Ceranflächen gelten als besonders robust, haben hervorragende Bruchfestigkeit und zeichnen sich durch eine hohe Temperaturwechselbeständigkeit aus. Hersteller, die nicht mit Schott zusammenarbeiten, verbauen ebenfalls Glaskeramik, allerdings von anderen Produzenten. Unterschiede zeigen sich eher in Qualität, Beschichtung und Langlebigkeit, weniger im Grundprinzip.

Welche Heiztechnik steckt darunter?

Entscheidend für den Alltag ist weniger die Frage Glaskeramik oder Ceran, sondern welche Technik die Hitze erzeugt. Unter einer Glaskeramikoberfläche können verschiedene Systeme arbeiten:

• Strahlungsheizkörper (auch „Ceran-Kochfeld“ im engeren Sprachgebrauch)
• Halogenstrahler
• Induktionsspulen

Strahlungsheizkörper erwärmen die Kochzone direkt unter dem Glas. Induktionskochfelder hingegen arbeiten mit magnetischen Wechselfeldern, die den Topfboden erhitzen – das Kochfeld selbst bleibt vergleichsweise kühl. Induktion ist schneller und energieeffizienter, aber auch teurer.

Glaskeramik ist mit allen drei Varianten kompatibel, daher existieren „Ceranfelder“ und „Induktionskochfelder“ nebeneinander, obwohl beide aus Glaskeramik bestehen.

Welche Vorteile haben Glaskeramikkochfelder im Alltag?

Die glatte Oberfläche lässt sich leicht reinigen, wirkt modern und fügt sich bündig in Arbeitsflächen ein. Die Temperaturverteilung ist gleichmäßig, und die Kochbereiche lassen sich durch optische Markierungen gut erkennen. Besonders praktisch ist die niedrige Wärmeausdehnung des Materials: Es verzieht sich nicht, selbst wenn ein Topf schnell abkühlt oder überhitzt.

Induktionsgeräte unter Glaskeramik profitieren zusätzlich davon, dass die Glasoberfläche vergleichsweise kühl bleibt, was das Überkochen und Einbrennen von Speiseresten reduziert.

Worauf Käufer achten sollten

Beim Kauf lohnt der Blick auf drei Faktoren:

• Welche Heiztechnik ist gewünscht – preisgünstige Strahlung oder effiziente Induktion?
• Ist echte Ceran-Glaskeramik verbaut oder ein anderer Hersteller?
• Wie gut ist die Bedienung gelöst – Slider, Touchfelder oder klassische Drehregler?

Marken-Glaskeramik ist meist langlebiger, während günstige Modelle schneller Kratzer oder matte Stellen entwickeln können. Für viele Haushalte ist aber entscheidend, wie gut das Kochfeld in die Küchenplanung passt und wie zuverlässig es sich reinigen lässt.

Klar ist: Der Unterschied zwischen Glaskeramik und Ceran ist kleiner, als viele denken. Im Kern geht es um Materialqualität, technische Ausstattung und das Heizsystem darunter – nicht um zwei grundsätzlich verschiedene Kochfeldarten.