In vielen Wohnungen steht die Teekanne offen sichtbar auf dem Sideboard oder dem Esstisch. Sie ist Gebrauchsgegenstand und Gestaltungselement zugleich. Wer regelmäßig hochwertigen Tee zubereitet, merkt schnell: Nicht nur Sorte und Wassertemperatur entscheiden über das Aroma. Auch das Material der Kanne spielt eine Rolle – und der Umgang mit ihr.
Für feine Teesorten gelten Glas und Porzellan als geeignete Materialien. Beide sind geschmacksneutral und nehmen keine Fremdaromen auf. Das ist vor allem bei Darjeeling, Oolong oder grünem Tee relevant, deren Nuancen leicht überlagert werden können.
Glaskannen erlauben zudem einen Blick auf die Farbe des Aufgusses – ein Detail, das bei hellen Teesorten hilfreich sein kann. Porzellan speichert Wärme etwas gleichmäßiger und fügt sich optisch zurückhaltend in unterschiedliche Wohnstile ein. In offenen Küchen oder kombinierten Wohn-Essbereichen wirkt eine schlichte, helle Kanne meist ruhiger als dunkle oder stark verzierte Modelle.
Reinigung als Teil der Zubereitung
Eine Teekanne sollte ausschließlich für Tee verwendet werden. Andere Getränke wie Kaffee hinterlassen Aromaspuren, die sich im Material festsetzen können. Selbst geringe Rückstände beeinflussen bei empfindlichen Sorten den Geschmack.
Gereinigt wird idealerweise nur mit heißem Wasser. Auf Spülmittel sollte verzichtet werden. Rückstände von Reinigungsmitteln können sich im Inneren ablagern und beim nächsten Aufguss freigesetzt werden. Wer die Kanne unmittelbar vor dem Aufbrühen mit heißem Wasser ausspült, erreicht zudem einen praktischen Effekt: Das Gefäß wird vorgewärmt, das Wasser kühlt langsamer ab, die Extraktion verläuft gleichmäßiger.
Sortentrennung im Alltag
Theoretisch wäre es sinnvoll, für jede Teesorte eine eigene Kanne zu nutzen. In der Praxis ist das kaum realisierbar. Als pragmatische Lösung bietet sich an, zumindest zwischen schwarzem und grünem Tee zu unterscheiden. Kräftige Schwarztees können mit ihren malzigen oder rauchigen Noten feine Grüntees geschmacklich überlagern.
Wer regelmäßig zwischen unterschiedlichen Sorten wechselt, sollte deshalb überlegen, zwei getrennte Kannen zu verwenden. Das ist weniger eine Frage von Ritual, sondern von Aromaerhalt.
Gusseisen und Terrakotta für kräftige Aufgüsse
Für starke Teesorten wie Ceylon-, Kenia- oder Assamtee kommen auch andere Materialien infrage. Gusseisen und Terrakotta speichern Wärme besonders gut und halten die Temperatur über längere Zeit stabil.
Besondere Gusseisenkannen, sogenannte Tetsubins, sind meist nur zehn bis dreizehn Zentimeter hoch und kompakt gebaut. Ursprünglich zum Erhitzen von Wasser verwendet, werden sie heute auch für kräftige Schwarztees genutzt. Ihr Gewicht und ihre Materialstärke sorgen für eine konstante Temperaturführung.
Terrakotta entwickelt im Laufe der Zeit eine Patina, die sich mit bestimmten Teesorten verbindet. Auch hier empfiehlt sich eine sortenreine Nutzung, um Aromavermischungen zu vermeiden.
Siebeinsatz oder externe Lösung
Nicht jede Kanne verfügt über einen integrierten Siebeinsatz. In solchen Fällen bieten sich Tee-Eier, Teebälle oder Teezangen an. Sie sind platzsparend und leicht zu reinigen. Alternativ können ungebleichte Papierfilter genutzt werden, die in verschiedenen Größen erhältlich sind und besonders bei häufig wechselnden Teesorten praktisch sind.
Die Wahl der Teekanne ist damit weniger ein dekoratives Detail als Teil einer bewussten Zubereitung. Material, Pflege und Nutzung wirken unmittelbar auf Geschmack und Temperaturverlauf. In Wohnungen, in denen Küche und Wohnraum zunehmend verschmelzen, wird die Kanne zugleich zum sichtbaren Bestandteil des Alltags – funktional, reduziert und auf das Wesentliche konzentriert.
