Gasherde gelten bei vielen Hobbyköchen als das präziseste Werkzeug in der Küche. Die Flamme reagiert sofort, die Hitze lässt sich exakt steuern, und das Kochen wirkt direkter als auf einem Elektroherd. Doch in Zeiten steigender Energiepreise und wachsender CO₂-Kosten stellt sich die Frage: Lohnt sich ein Gasherd heute überhaupt noch – oder wird er auf Dauer teurer als ein Elektrogerät?
Ein klassischer Gasherd kostet in der Regel zwischen 400 und 1.500 Euro, abhängig von Marke, Ausstattung und Materialqualität. Modelle aus Edelstahl mit Glasfront, elektrischem Zündsystem und Gussrosten liegen im mittleren Preissegment. Hochwertige Standherde oder Geräte für den semi-professionellen Einsatz können bis zu 2.500 Euro kosten.
Zum Vergleich: Ein Elektroherd mit Ceranfeld ist meist günstiger in der Anschaffung. Gute Modelle beginnen bei rund 350 Euro, Induktionsherde bei etwa 600 bis 1.200 Euro. In der Anschaffung ist der Gasherd also kaum teurer, doch die entscheidenden Unterschiede zeigen sich bei Anschluss und Betrieb.
Anschlusskosten: Teuer, wenn nachträglich
Ein Gasherd darf ausschließlich von einem Fachbetrieb installiert werden. Die Kosten hängen davon ab, ob bereits ein Gasanschluss vorhanden ist.
- Bei vorhandenem Anschluss: Der Einbau kostet in der Regel zwischen 100 und 200 Euro.
- Wenn ein Gasanschluss nachträglich gelegt werden muss: Das kann deutlich teurer werden. Je nach Leitungslänge, Wandbeschaffenheit und regionalem Aufwand sind 500 bis 1.000 Euro realistisch.
In Neubauten mit Erdgasversorgung oder in Altbauwohnungen mit Gasetagenheizung lässt sich der Herd meist problemlos anschließen. In Gebäuden ohne Gasanschluss kann alternativ mit Propangasflaschen gekocht werden – eine Lösung, die sich eher für kleinere Haushalte oder Ferienwohnungen eignet.
Laufende Kosten im Betrieb
Gas war lange Zeit die günstigere Energieform beim Kochen. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt benötigt fürs tägliche Kochen mit Gas etwa 100 bis 130 Kilowattstunden pro Jahr, was einem Verbrauch von rund 10 bis 12 Kubikmetern Gas entspricht.
Bei einem aktuellen Gaspreis von rund 12 Cent pro Kilowattstunde ergeben sich jährliche Kosten von etwa 12 bis 15 Euro – deutlich weniger als beim Elektroherd, der rund das Doppelte verbraucht.
Doch diese Rechnung verändert sich durch die steigenden CO₂-Preise.
Einfluss des CO₂-Preises ab 2026
Ab dem 1. Januar 2026 steigt der CO₂-Preis in Deutschland von derzeit 55 auf 65 Euro pro Tonne. Das betrifft alle fossilen Brennstoffe – also auch Erdgas. Experten rechnen dadurch mit einer durchschnittlichen Mehrbelastung von etwa 300 Euro pro Jahr für Gaskunden, wenn man Heizung und Warmwasser mit einbezieht.
Für den reinen Kochbetrieb macht sich die Erhöhung zwar nur geringfügig bemerkbar, doch im Gesamtbild steigen die Energiekosten spürbar. Langfristig wird Gas dadurch weniger attraktiv, insbesondere wenn Strom zunehmend aus erneuerbaren Quellen stammt und die CO₂-Kosten weiter steigen.
Gasherd oder Elektroherd – der Kostenvergleich
| Kategorie | Gasherd | Elektroherd |
|---|---|---|
| Anschaffung | 400–1.500 € | 350–1.200 € |
| Anschluss | 100–1.000 € | 50–150 € |
| Betriebskosten pro Jahr | 12–15 € | 25–30 € |
| CO₂-Belastung | hoch, Preis steigt | abhängig vom Strommix |
| Regelbarkeit | sehr präzise | Induktion ähnlich präzise |
In der Anschaffung liegen beide Systeme nah beieinander. Beim Anschluss kann Gas teurer werden, beim laufenden Verbrauch war Gas bisher im Vorteil – dieser schrumpft jedoch zunehmend. Wer ohnehin elektrisch heizt oder Ökostrom nutzt, fährt mit einem Induktionskochfeld künftig oft günstiger.
Umweltaspekt und Zukunftsfähigkeit
Gasherde stoßen bei der Verbrennung CO₂ und Stickoxide aus. In gut belüfteten Küchen ist das unproblematisch, aus ökologischer Sicht aber ein Nachteil. Die Energiewende zielt langfristig auf Elektrifizierung und den Rückgang fossiler Energien.
In Neubauten werden Gasanschlüsse zunehmend seltener verlegt, da Wärmepumpen und Induktionsherde den Energieverbrauch besser mit erneuerbarem Strom koppeln können. Gasherde sind daher eher eine Übergangstechnologie – beliebt bei passionierten Köchen, aber mit begrenzter Zukunftsperspektive.
Rechnen und abwägen lohnt sich
Ein guter Gasherd ist nicht teuer, aber die langfristigen Kosten steigen mit den CO₂-Abgaben. Wer bereits einen Gasanschluss hat, kann den Herd weiterhin wirtschaftlich nutzen, sollte aber die Entwicklung der Energiepreise im Blick behalten.
Für Neubauten oder Küchenmodernisierungen spricht heute vieles für ein modernes Induktionssystem – sauber, effizient und zukunftssicher. Der Gasherd bleibt dennoch ein Stück Kochkultur: präzise, direkt und nostalgisch – aber bald wohl eher ein Luxus für Liebhaber.
