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Welche Vorteile Kombi-Dunstabzüge haben

Beim Kochen gibt es diese Momente, in denen man sich zwischen zwei Übeln entscheiden muss. Im Sommer brutzelt das Steak in der Pfanne, die Küche riecht noch eine Stunde später nach gebratenem Fleisch – also Fenster auf und die warme Luft hinaus. Im Winter dagegen möchte man genau das nicht: Schließlich hat die Heizung gerade erst dafür gesorgt, dass es drinnen angenehm warm ist.

Beim Dunstabzug war die Entscheidung lange ähnlich grundsätzlich: Abluft oder Umluft. Die eine Variante befördert Kochdämpfe nach draußen, die andere hält die warme Raumluft im Haus. Inzwischen gibt es jedoch Dunstabzüge, die beides können. Das macht die Frage nach dem richtigen System deutlich interessanter.

Abluft ist stark, wenn es in der Küche zur Sache geht

Abluft hat einen entscheidenden Vorteil: Die beim Kochen entstehende Luft wird nicht nur gefiltert, sondern tatsächlich aus dem Gebäude herausgeführt. Wasserdampf, Gerüche und ein Teil der Fettpartikel verlassen die Küche.

Gerade beim scharfen Anbraten macht sich das bemerkbar. Wer Zwiebeln karamellisiert, Fisch brät oder ein Steak bei hoher Temperatur in die Pfanne legt, produziert Gerüche, die sich sonst erstaunlich schnell in der Wohnung verteilen. Die Abluft kann sie direkt nach draußen befördern.

Auch die Feuchtigkeit ist ein Thema. Beim Kochen entsteht viel Wasserdampf. Wird dieser nach außen abgeführt, muss die feuchte Luft nicht erst durch Lüften aus der Wohnung gebracht werden.

Allerdings hat die Sache einen Haken: Mit der warmen Abluft verschwindet im Winter auch Heizenergie nach draußen.

Umluft hält die Wärme im Raum

Bei einer Umlufthaube wird die angesaugte Luft dagegen gefiltert und anschließend wieder in die Küche zurückgeführt. Fettfilter halten Fettpartikel zurück, Aktivkohlefilter können Geruchsstoffe reduzieren.

Die erwärmte Raumluft bleibt dabei im Haus. Das ist insbesondere während der Heizperiode interessant. Wer im Winter täglich kocht und regelmäßig große Mengen warmer Luft nach draußen bläst, muss diese Wärme schließlich wieder ersetzen.

Umluft ist deshalb nicht automatisch die schlechtere Lösung. Sie hat vielmehr einen anderen Schwerpunkt: Sie spart die Wärme, die bei einer Ablufthaube verloren gehen kann.

Die Kombination macht die Entscheidung flexibler

Genau hier setzen Kombi-Dunstabzüge an. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) gibt es bereits Systeme, die beide Betriebsarten ermöglichen.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Je nach Situation wird zwischen Umluft und Abluft gewechselt. Bei manchen Systemen soll das sogar während des Kochens möglich sein.

Damit wird aus der alten Entweder-oder-Frage eine Situationsentscheidung.

Im Hochsommer kann beispielsweise die Abluft sinnvoll sein. Die warme, feuchte Luft verschwindet aus der Küche, ohne dass die Klimaanlage oder andere Kühlmaßnahmen gegen sie anarbeiten müssen. Auch beim kräftigen Anbraten kann die Abluft ihre Stärken ausspielen.

Im Winter kann dagegen der Umluftbetrieb interessant sein. Die Wärme bleibt im Raum, während Fett und Gerüche gefiltert werden.

Das klingt nach einem kleinen Detail, verändert aber die Nutzung

Der Vorteil eines solchen Systems liegt weniger darin, dass es eine neue Art von Dunstabzug wäre. Interessant ist vielmehr die Flexibilität.

Denn die optimale Betriebsart hängt nicht nur vom Kochvorgang ab, sondern auch von der Jahreszeit, der Raumtemperatur und der Bauweise des Hauses. In einer gut gedämmten Wohnung mit hohem Wärmebedarf kann der Wärmeverlust durch Abluft stärker ins Gewicht fallen als in einer schlecht gedämmten Küche. Wer im Sommer ohnehin viel lüftet, hat wiederum andere Prioritäten.

Ein System, das beide Möglichkeiten bietet, muss deshalb nicht zwangsläufig immer besser sein. Es erlaubt dem Nutzer aber, die Betriebsart an die jeweilige Situation anzupassen.

Ganz ohne Nachteile ist die Kombination nicht

Die technische Flexibilität hat ihren Preis. Kombi-Systeme sind aufwendiger als reine Umluft- oder Ablufthauben und können entsprechend teurer sein. Bei der Abluftvariante muss zudem eine geeignete Abluftführung vorhanden sein.

Und auch die Umlufttechnik braucht Pflege. Fettfilter müssen regelmäßig gereinigt werden. Aktivkohlefilter müssen je nach System und Nutzung ausgetauscht oder regeneriert werden. Sonst lässt die Geruchsfilterung nach.

Wer eine neue Küche plant, sollte deshalb nicht nur fragen, wie laut oder leistungsfähig eine Dunsthaube ist. Entscheidend ist auch, welche Betriebsarten möglich sind und wie sich Filter und Abluftsystem im Alltag handhaben lassen.

Besonders interessant bei offenen Küchen

In einer offenen Wohnküche fällt die Wahl des Dunstabzugs stärker ins Gewicht. Kochgerüche beschränken sich dort schließlich nicht auf einen kleinen Raum, sondern können sich über den gesamten Wohnbereich verteilen.

Eine leistungsfähige Abluft kann hier beim Anbraten Vorteile haben. Gleichzeitig ist gerade in einem offenen Wohnraum die warme Luft ein Teil der Raumheizung. Im Winter kann es daher sinnvoll sein, die Wärme nicht bei jedem Kochvorgang nach draußen zu schicken.

Ein Dunstabzug, der zwischen beiden Betriebsarten wechseln kann, bietet hier zumindest theoretisch das Beste aus beiden Welten.

Die alte Frage bekommt eine neue Antwort

Umluft oder Abluft? Eine eindeutige Antwort gibt es auch mit Kombi-Geräten nicht. Wer möglichst effektiv Feuchtigkeit und Gerüche nach draußen befördern möchte, ist mit Abluft gut beraten. Wer Wärmeverluste vermeiden will oder keine geeignete Abluftführung besitzt, für den ist Umluft interessant.

Können beide Systeme in einem Gerät kombiniert werden, muss man sich zumindest nicht mehr dauerhaft festlegen. Im Sommer darf die Küche ihre heiße Luft nach draußen schicken, im Winter bleibt die Wärme im Haus.

Vielleicht ist das die eigentliche Neuerung: Nicht der Dunstabzug wird intelligenter, sondern die Entscheidung darüber, wie er arbeiten soll, wird ein wenig vernünftiger.

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