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Gewürze nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums: Wegwerfen ist oft unnötig

Paprikapulver, Pfeffer, Zimt und andere Gewürze landen häufig im Müll, sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Bei getrockneten Gewürzen ist das allerdings meist nicht nötig. Das Datum gibt vor allem an, bis wann der Hersteller eine bestimmte Qualität garantiert. Entscheidend ist vielmehr, ob das Gewürz noch gut aussieht, riecht und schmeckt.

Gewürze gibt es gemahlen, zerkleinert oder als ganze Körner und Stücke. Gerade bei gemahlenen Gewürzen lässt die Würzkraft vergleichsweise schnell nach. Deshalb empfiehlt das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), eher kleine Mengen zu kaufen und diese trocken, dunkel und möglichst luftdicht zu lagern.

Bei ganzen Gewürzen wie Pfefferkörnern, Kardamom, Muskatnuss oder Zimtstangen bleibt das Aroma dagegen länger erhalten. Durch das Mahlen vergrößert sich die Oberfläche des Gewürzes. Sauerstoff kann dadurch stärker mit den Aromastoffen reagieren, die ätherischen Öle verflüchtigen sich schneller.

Viele ganze Gewürze können unter guten Lagerbedingungen bis zu vier Jahre verwendet werden. Bei Anis, Dillsamen, Korianderkörnern oder Nelken kann die Haltbarkeit sogar bis zu fünf Jahre betragen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine Garantie für die tatsächliche Qualität. Entscheidend sind die Lagerbedingungen und der Zustand des jeweiligen Gewürzes.

Über dem Herd ist der falsche Platz

Nicht nur das Alter beeinflusst die Qualität. Auch die Aufbewahrung spielt eine entscheidende Rolle. Das kleine Gewürzregal direkt über dem Herd mag praktisch sein, ist für die Vorräte aber kein idealer Standort. Wärme und aufsteigender Wasserdampf setzen den Gewürzen zu.

Feuchtigkeit kann dazu führen, dass Pulver verklumpt und Aromen schneller verloren gehen. Deshalb sollten Gewürze besser in einem trockenen, dunklen Schrank oder einer Schublade aufbewahrt werden – möglichst weit entfernt von Herd, Spüle und anderen Wärme- oder Feuchtigkeitsquellen.

Feuchtigkeit ist zudem aus hygienischer Sicht problematisch. Unter warmen und feuchten Bedingungen können sich unerwünschte Mikroorganismen leichter vermehren. Das spielt insbesondere bei Gerichten eine Rolle, die nach dem Würzen nicht mehr erhitzt werden, etwa bei Salaten.

Mit den Händen nicht in den Streuer greifen

Auch beim Würzen selbst kommt es auf Hygiene an. Die Hände sollten nicht direkt in einen Gewürzbehälter greifen. Besser eignen sich ein sauberer Löffel oder der Streuer.

Auch der Gewürzstreuer sollte nicht unmittelbar über einem dampfenden Topf oder einer Pfanne verwendet werden. Dabei kann Wasserdampf in den Behälter gelangen und die Gewürze mit Feuchtigkeit belasten. Sinnvoller ist es, das Gewürz etwas abseits vom aufsteigenden Dampf über das Gericht zu geben.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in der Untersuchung „Küchenhygiene im Scheinwerferlicht“ ebenfalls auf hygienische Fehler beim Kochen hingewiesen. Dazu gehörte unter anderem das direkte Hineingreifen in Salz- oder Gewürzbehälter.

So lässt sich altes Gewürz prüfen

Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum bereits seit längerer Zeit überschritten, muss das Gewürz nicht automatisch entsorgt werden. Stattdessen lässt sich zunächst mit den eigenen Sinnen prüfen, ob es noch verwendbar ist.

  • Aussehen: Hat sich die Farbe deutlich verändert? Sind Schimmel, Schädlinge, ungewöhnliche Flecken oder andere Auffälligkeiten zu erkennen?
  • Geruch: Riecht das Gewürz noch typisch und aromatisch? Ein muffiger, ranziger oder fauliger Geruch spricht dafür, es nicht mehr zu verwenden.
  • Geschmack: Schmeckt es noch charakteristisch oder ungewöhnlich bitter, muffig, ranzig oder schal?

Dabei sollte zwischen Sicherheit und Qualität unterschieden werden. Ein altes Gewürz kann gesundheitlich noch unbedenklich sein, aber kaum noch Aroma besitzen. Gerade bei lange gelagerten gemahlenen Gewürzen ist deshalb häufig weniger die Genießbarkeit als vielmehr die nachlassende Würzkraft das Problem.

Gewürzvorräte regelmäßig kontrollieren

Ein regelmäßiger Blick in den Gewürzschrank kann verhindern, dass sich über Jahre zahlreiche angebrochene Dosen und Tüten ansammeln. Besonders alte und kaum noch aromatische Gewürze können aussortiert werden. Bei Vorräten mit überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum lohnt sich dagegen zunächst die Prüfung von Aussehen, Geruch und Geschmack.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum allein ist bei trockenen Gewürzen daher kein Grund für die Mülltonne. Häufig entscheidet vielmehr die richtige Lagerung darüber, wie lange Pfeffer, Paprika und Co. ihr Aroma behalten.