Schneidebretter gehören zu den am stärksten beanspruchten Utensilien in der Küche. Klassische Holzbretter zeigen mit der Zeit deutliche Gebrauchsspuren: Messerschnitte, Verfärbungen, Risse. Manche Hersteller bieten inzwischen sogar einen professionellen Aufarbeitungsservice an, um stark genutzte Bretter wieder in Form zu bringen.
Deutlich weniger Pflege benötigen Schneidebretter aus gepresstem Papier, sogenannte Hardboards. In einem früheren Vergleichstest schnitten sie bereits gut ab – und auch nach längerer Nutzung zeigen sie sich erstaunlich widerstandsfähig.
Dünn, leicht und dennoch stabil
Hardboards bestehen aus mehreren Dutzend Lagen Papier, die unter hohem Druck und großer Hitze verpresst werden. Die Platten, aus denen die Bretter zugeschnitten werden, sind mehrere Quadratmeter groß und werden anschließend auf Küchengröße gebracht. Trotz ihrer geringen Stärke von rund sechs Millimetern sind die Bretter stabil und formfest.
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Im Vergleich zu Holz sind sie deutlich leichter, liegen aber dennoch rutschfest auf der Arbeitsfläche. Das macht sie im Alltag angenehm handhabbar – vor allem beim schnellen Arbeiten.
Messerfreundlich trotz harter Oberfläche
Auf den ersten Blick wirkt die Oberfläche von Hardboards sehr hart. Das wirft die Frage auf, ob Messer darunter leiden und schneller stumpf werden. Untersuchungen zeigen jedoch: Die Schneide dringt durchaus in das Material ein. Unter dem Mikroskop sind feine Schnittspuren sichtbar, ähnlich wie bei Holz.
Das bedeutet: Die Messer werden nicht stärker beschädigt als auf klassischen Schneidebrettern. Es kann allerdings sein, dass sie etwas häufiger nachgeschärft werden müssen – ein Effekt, der auch bei anderen festen Unterlagen bekannt ist.
Kaum Verfärbungen, wenig Pflegeaufwand
Ein Vorteil der gepressten Papierbretter ist ihre geringe Anfälligkeit für Verfärbungen. Lebensmittel wie Rote Bete oder Kurkuma hinterlassen kaum Spuren. Auf dunklen Brettern werden Schnitte zwar sichtbar, sie erscheinen dort als helle Linien – ein Effekt, der materialbedingt ist und auch bei Möbeloberflächen auftritt.
Die Papierlagen werden vor dem Verpressen mit Harz imprägniert. Häufig kommt dabei ein Bindemittel auf Basis von Cashewnussschalenöl zum Einsatz, das als vergleichsweise umweltfreundlich gilt. Es sorgt für die hohe Dichte und Widerstandsfähigkeit der Bretter.
Spülmaschinenfest – mit Einschränkung
Viele Hersteller geben an, dass Hardboards spülmaschinengeeignet sind. Auch längere Programme über mehrere Stunden können dem Material nichts anhaben. Wer dennoch Wert auf maximale Schonung legt, kann die Bretter wie Holz auch von Hand reinigen.
Gelegentliches Einreiben mit Speiseöl ist möglich, aber nicht zwingend erforderlich. Es kann die Oberfläche optisch auffrischen, ist jedoch eher eine kosmetische Maßnahme als echte Pflege.
Schneidebretter aus gepresstem Papier sind eine pflegeleichte, langlebige Alternative zu Holz. Sie sind leicht, robust, hygienisch und unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Hitze. Wer ein Brett sucht, das wenig Aufmerksamkeit verlangt und auch nach längerer Nutzung ordentlich aussieht, findet in Hardboards eine praktische Lösung für den Küchenalltag.
